Transparenz schafft Bürokratie
Die oft beschworene Transparenz in Prozessen hat eine gemeine Zwillingsschwester namens Bürokratie.
Ehrlich gesagt, war mir dieser Zusammenhang bisher überhaupt nicht klar, denn tatsächlich bin ich auch immer ein Verfechter von Transparenz. Gelesen habe ich ihn in einem Nebensatz im Buch “Rulebreaker – Wie Menschen danken, deren Ideen die Welt verändern” und seitdem geht er mir nicht mehr aus dem Kopf. Mittlerweile hinterfrage ich viele Dinge im beruflichen und privaten Alltag daraufhin, ob es wirklich notwendig ist, immer und alles transparent zu machen.
Nehmen wir allein den beruflichen Alltag. Wenn man allein in jede E-Mail nur einen Kollegen in den CC nimmt, so bindet man bestimmt 30min bis 1h dessen Arbeitskraft. In dieser Zeit macht der Kollege nichts anderes als meine Mails zu lesen. Noch schlimmer sieht es aus, wenn man Geschäftsprozesse so in feste Rahmen gießt, dass zusätzliche Dokumentation von jedem Arbeitsschritt notwendig ist. Insbesondere Ärzte in Krankenhäusern können sicherlich ein Lied davon singen. Sie verbringen gefühlt oder tatsächlich einen Großteil ihrer Zeit mit der Dokumentation der Behandlung.
Ich glaube es ist nach wie vor eine große Herausforderung dabei einen gesunden Mittelweg zu finden. Geeignete Informationssysteme können dabei natürlich sinnvoll unterstützen. Ich kann mich dem Vorstoß E-Mails abzuschaffen von Atos-Origion nur anschließen, denn E-Mail ist eigentlich das ungeeigneteste Mittel für Unternehmenskommunikation. Es gibt deutlich bessere Kommunikationsplattformen, wie etwa Blogs oder Foren, zur Abstimmung und Dokumentation von Unternehmensaufgaben.
